Im Zentrum meiner Arbeit steht der Mensch und sein Umfeld. Treiben und Wirken, das Fehlschlagen und Gelingen, die Suche nach Identität, auch nach meiner eigenen – davon lasse ich mich inspirieren im Gestalten meiner Bilder.
Die Malerei hat mich immer begleitet. Als Jugendliche, auf Reisen, während des Studiums in einer Gruppe des Dresdner Künstlers Wolfgang Petrovsky, schließlich als alleinerziehende Lehrerin, hatte ich immer Ölkreide und Pinsel als das Naheliegendste zur Hand, um das Leben selbst und meine Verzweiflung daran auszuhalten. Der frühe Tod meiner Mutter und das Verschwinden der DDR, beides löste in mir ein starkes Gefühl des im Stich gelassen Seins aus, welches in meiner Malerei zum Grundthema geworden ist.
Nach einem Jahrzehnt mit Umbrüchen, wie der Wechsel der Systeme, das Verlassen des Lehrbetriebes, die Auswanderung nach Dänemark, das Annehmen von Gelegenheitsjobs und die Arbeit als Freelance Pressefotograf, habe ich mich ab 1998 ganz der Malerei gewidmet.
Das Malen, um überleben zu können, hat sich bei mir im Laufe der Jahre gewandelt. Das Großstadtleben hinter mir gelassen, dicht am Fjord und nahe der Nordsee lebe ich in einem Biotop von wilder Natur. Diese Lebensfreude ist zu einem weiteren Grundthema in meiner Malerei geworden. Ich möchte in meinen Bildern ausdrücken, wie zart und verletzbar Leben ist, wie facettenreich und widersprüchlich. Und daß dem dennoch eine innere Harmonie innewohnt.
Ich erschaffe ein Bild, indem ich experimentiere, Schicht auf Schicht mich vorarbeite, um das Motiv zu entwickeln. Dabei verwende ich Ölfarben und Gouache, meine Malgründe sind Leinwand und Papier. Bei jedem Bild stoße ich auf Widerstand, früher oder später. Dem begegne ich mit Abkratzen und Klecksen von Farbe. Ich störe den Malprozeß absichtlich, füge Linien hinzu, übermale und entferne.

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